Nachklang eines großen Abends
Ich singe bei der Produktion „Chormusical Bethlehem“ der Creativen Kirche mit.
Gestern Abend war eine Aufführung in der Olympiahalle München:
Rund 2000 Sängerinnen und Sänger, eine kernige Band, Solisten und eine eindrucksvolle Lichtshow.
Etwa 7000 Zuhörerinnen und Zuhörer waren gekommen – ein großes, festliches, weihnachtliches Krippenspiel.
Nach diesem intensiven Abend folgte eine Übernachtung in einem sehr gemütlichen Hotel. Genau das Richtige.
Ein früher Aufbruch
Um 7 Uhr verließ ich das Hotel.
Mit der U-Bahn ging es zum Bahnhof, und dort gönnte ich mir einen Haferkater ein Porridge – dazu einen köstlichen Americano, abgerundet mit etwas Milchschaum. Ein kleines Frühstück, das den Tag freundlich eröffnet.
Im ICE 612 – Nebel und Melancholie
Der ICE 612 startete , und draußen lag dichter Nebel über der Landschaft. Meine Liebe zum Bahnfahren beginnt schon hier
Man konnte nur wenige Meter weit sehen – eine herrliche, fast zärtliche Melancholie.
Im Kopfhörer: Hildegard Knef.
Der Deutschlandfunk widmete ihr eine Lange Nacht zu ihrem 100. Geburtstag.
Geboren am 28. Dezember in Ulm – und wie schön: Mein Zug fuhr gerade durch Ulm. Ein toller Zufall !
Winterlandschaft im Vorüberziehen
Die Bäume standen kahl, ohne Laub.
Eine ganz feine Schneedecke lag über Feldern und Höfen – wie Puderzucker im Nebel.
Ortschaften, Kirchen, Straßen: alles erschien verschwommen, weich gezeichnet.
Die Natur schien zu schlafen.
Drinnen im Zug war es wohlig warm. Solche stillen Momente kenne ich auch aus dem Harz
Musik, die trägt
Die Arrangements der Hildegard-Knef-Lieder waren sehr unterschiedlich – immer dem Text angepasst.
Zart und besinnlich, dann wieder fast pompös, etwa bei „Das Jahr 2000“.
Lieder wie „Die Herren dieser Welt“ oder „Ich war froh, dass es dich gab“ haben eine Tiefe, die mich unmittelbar berührt.
Während ich sie hörte, wanderte mein Blick hinaus in den langsam erwachenden Wintermorgen.
Über die Schwäbische Alb
Die Strecke gehört für mich zu den schönsten Bahnstrecken Süddeutschlands.
Der ICE muss sich hier rund 300 Höhenmeter emporarbeiten, über die Schwäbische Alb.
Steile Abhänge, Einschnitte, Tunnel und Viadukte wechseln sich ab.
Wir fahren über die Geislinger Steige, passieren herrliche alte Bahnhöfe – Bahnromantik pur.
Licht auf der anderen Seite
Und dann, ganz plötzlich:
Auf der anderen Seite der Geislinger Steige bricht prächtiger Sonnenschein hervor.
Blauer Himmel, klare Sicht – ein zauberhafter Sonntagmorgen.
Ankunft in Stuttgart
Gegen 10 Uhr erreichte mein Zug Stuttgart.
Es war eine wunderschöne Fahrt – ruhig, dicht, getragen von Musik und Landschaft
Auch jenseitsvon Reisen gibt es solche stillen Glücksmomente..
Jetzt liegen noch fünf Stunden vor mir, bis die Probe zum nächsten Bethlehem-Konzert beginnt.
Ich freue mich darauf.
Ganz anders fühlte sich das Unterwegssein hier an

